Herzlich Willkommen bei der Naturschutzgruppe Mettmenstetten

 

Unsere Anliegen sind:

 

  • Die Pflege und Entwicklung von Naturschutzobjekten  
  • Die Information zu Naturschutzanliegen
  • Unterstützung der Gemeinde in Naturschutzanliegen

 

Sie sind willkommen im Verein! Falls Sie beitreten möchten: unter Verein > Beitritt finden Sie das Anmeldeformular. Wenn Sie noch unschlüssig sind: besuchen Sie den öffentlichen Vortrag im Anschluss an die Generalversammlung (gewöhnlich im April), oder helfen Sie unverbindlich im Herbst (Ende Oktober/Anfangs November) bei der Pflege eines unseres Naturschutzgebietes mit, um uns kennen zu lernen. Informationen finden Sie im rechten Rand unter Aktuell.

Bericht - 14. September 2019, Biodiversität im Weidschürli

Weidschürli im Juni 2019Was wächst denn da?

Wir erforschten die Biodiversität im Weidschürli
und im Biogarten in Uerzlikon

Wir schauten einmal «über den Zaun» was auf der anderen Seite der Gemeindegrenze von Mettmenstetten wächst: das Weidschürli ist ein Biodiversitäts-Kleinod unweit von Rossau, aber auf Uerzliker-Seite des «Zauns».

 

 

«Benis Paradies» steht da im Fotoalbum, das die Entwicklung dieses Kleinods inmitten intensivster Landwirtschaft über die letzten gut zehn Jahre dokumentiert. Einerseits haben sich einheimische Kräuter, Sträucher und Bäume hier heimisch gemacht, andererseits hat Beni vielen verwaisten und verstossenen Gartenpflanzen ein Asyl geschaffen und alles, was er vor dem Kompost retten konnte, angepflanzt. Mit einem promovierten Botaniker, Dr. Samuel Schmid, haben wir darum die Gelegenheit genutzt, uns einmal vom Experten die Pflanzenvielfalt zeigen zu lassen. Im knapp zweistündigen Rundgang konnten wir rund 100 einheimische und gegen 100 exotische Pflanzenarten finden – und es hat garantiert noch deren mehr auf dieser kleinen Fläche! Dazu gehören allerdings auch etliche invasive Neophyten, was erlaubte, auch die Problematik der Ausbreitung von invasiven Neophyten ausserhalb von Gärten zu thematisieren. Zum Vergleich mit den fast 200 Arten in Benis Paradies zeigte uns Samuel Schmid die zwar recht artenreiche Fettwiese darum herum, wo allerdings trotz Artenvielfalt nur um die 25 Arten zu finden waren, was aber ein guter Wert für intensive Landwirtschaft ist. Anhand der Artenzahl konnte der Experte aber bereits darauf schliessen, dass es sich um eine Naturwiese handelt, die schon während etlichen Jahren nicht mehr umgebrochen wurde.

 

Weidschürli Besucher NSGM

20190914.0866

20190914.0862

Eine stattliche Gruppe der NSGM fand den Weg zum Weidschürli. 

Gartenpflanzen bietet Benis Paradies ebenso eine Heimat wie einheimischen Pflanzen.

Auch die «Rüebliraupe» (Schwalbenschwanz-Raupe) fühlt sich in Benis Paradies wohl.

20190914.0858 20190914.0863 20190914.0854

Der Hopfen fruchtet, aber nur zur Zierde, Bier wird keines gebraut im Weidschürli.

Die Perlkettenechse (Speculum caput lacerti gemäss Google translate).

Grosse Biodiversität auf kleinstem Raum bietet diese Tuffstein-Pyramide beim Eingang.

 

Benis künstlerische Ader fügt der grossen Biodiversität noch eine weitere Dimension bei. Die Perlkettenechse (Speculum caput lacerti gemäss Google translate) sieht auf den ersten Blick täuschend echt aus; ihr Versteck unter einer Fetthenne, deren Blattabstand ziemlich gut dem Abstand der Perlkettenreihen entspricht, täuscht das menschliche Auge ausgezeichnet.

Nach einem gemütlichen Lunch mit Grill und Benis Grillkartoffeln, die der Gourmet-Tester zweifellos als hervorragend mit dem genau richtigen Biss und Gaumen-Abgang beschrieben hätte, besuchten wir am Nachmittag die Bio-Gemüse-Manufaktur mit Nutzhecke von Eduardo Theiler in Uerzlikon, die er beide auf Benis Land erstellt hat. Die Anpflanzung der Hecke stammt vom 21. März 2018, die mit Unterstützung der NSGM durch Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe Mettmenstetten (Klasse von Ueli Grüninger) gepflanzt worden ist.

 

20190914.0883

20190914.0891

20190914.0902

Edi erklärt seine Garten-Anlage, die einerseits Ertrag abwerfen, aber gleichzeitig ein Beitrag an Biodiversität leisten soll.

Der Sanddorn trägt bereits stattlich Früchte nach erst anderthalb Jahren seit dem Anpflanzen.

Etwas ungläubig schauen die Gartenbesitzer der NSGM schon anbetrachts der Grösse von Edis Gemüse-Manufaktur.

 

Nach anderthalb Jahren bereichert die Hecke bereits die Landschaft am Dorfrand von Uerzlikon. Allerdings musste Edi den Abgang etlicher Sträucher beklagen. Der Mäusedruck ist vermutlich wegen des trockenen Sommers 2018, aber auch wegen des recht wüchsigen Grasbestandes sehr gross. Aber eine erste Ernte von Kamtschatka-Heidelbeeren und Sanddorn ist gelungen. Gerade der Sanddorn sah überraschend gut aus, für dass bei der Planung die Befürchtung gross war, dass genau dieser Strauch es hier schwer haben dürfte, da der Boden sehr nährstoffreich und sandarm ists.

 

Imposant war auch der Rundgang durch den Bio-Gemüsegarten, der in vier Felder à 8x18 m aufgeteilt wurde, um eine gewisse Fruchtfolge umsetzen zu können, die den Schädlingsdruck tief halten sollte. Trotzdem musste Edi den Abgang fast der ganzen Broccoli-Kultur beklagen und Federkohl usw. mit Netzen schützen. Ausserdem musste er seine Fertigkeiten beim Zusammenlesen von Nacktschnecken im ersten Pflanzjahr verbessern, um genügend Gemüse für sich und seine Kundschaft zu haben. Ohne die tatkräftige Unterstützung seiner Frau bei dieser Geduld und Ausdauer erfordernden Arbeit wäre das wohl kaum zu schaffen gewesen. Allerdings ist Edi kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Meisterung von grossen Herausforderungen, wie ein Beitrag des Schweizer Fernsehens (hier auf Youtube) im März schon gezeigt hat. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass er auch die Herausforderungen der Nutzhecke und seines Bio-Gemüse-Garten meistern wird.

 

Nach diesen interessanten Einblicken auf der anderen Seite «des Zauns» liessen wir den Anlass bei Kaffee und Kuchen im Weidschürli bei Beni ausklingen. Herzlichen Dank Sämi, Beni und Edi für diesen tollen Anlass.

 

Text und Fotos: Werner Eugster