2008, 27.09. - Exkursion zu den Nistkästen

Mit Paul Harr durch den Homberg-Wald

Bei herrlichstem Herbstwetter traf sich ein knappes Dutzend Interessierter mit Paul Harr beim Forain-Weiher, um von ihm in die Wissenschaft der Nistkästen eingeweiht zu werden. Paul Harr baut, repariert, betreut, beobachtet, säubert und nummeriert seit Jahren eine stattliche Anzahl Nistkästen unterschiedlichster Formen, Grössen, und Gewichte. Der Leichtbeton-Kasten für Meisen und weitere Höhlenbrüter bringt es immerhin auf 5 kg, der massiv grössere Waldkauzenkasten aus Holz dürfte auch ohne Beton auf dieses Gewicht gelangen.

Nach jeder Brutsaison muss jeder Kasten mit einer 5-Meter-Teleskopstange vom Baum heruntergeholt werden. Beim Reinigen (entfernen des verlassenen Nestinhalts, gelegentlich auch der Siebenschläfer oder Mäuse, die sich als Untermieter eingenistet haben) wird protokolliert, welche Vogelart gebrütet hatte. Paul Harr liess nicht unerwähnt, dass das manchmal recht schwierig sein kann. Wenn z.B. ein totes Reh in der nähe liegt, bedienen sich alle Vogelarten mit weichen Haaren aus dessen Fell, so dass die sonst recht artspezifische Materialwahl, an derer man die Nester oft bestimmen kann, wegfällt.

Paul Harr führte die Teilnehmer durch den Teil des Homberg-Waldes mit den uralten Eichen, die für Spechte und viele andere Vogelarten sehr wertvolle Nist- und Futterplätze bieten. Über viel Erfahrung mit Spezialanfertigungen von Nistkästen für Baumläufer und Zaunkönig konnte Paul Harr berichten. Für den Baumläufer wird eine Halbröhre angefertigt, bei der kein Einflugloch zu sehen ist. Dadurch nimmt der Laie diese Gebilde, die direkt am Baumstamm angebracht werden, zunächst gar nicht als Nistkasten war. Die Eingänge finden sich bei dieser Nistkastenvariante auf beiden Seiten, so wie der Baumläufer sich unter abgeschälten Rindenplatten einnisten würde. Für den Zaunkönig war schliesslich ein Maschenzaun vor dem Kasten erfolgreich. Dieser lässt dem kleinen Vogel genügend Einfluglöcher, hält aber seine Nesträuber fern.

Verbunden mit dieser Exkursion war auch der Wunsch, das Interesse für die Nistkastenbetreuung zu wecken. Leute, die Paul Harr bei der Arbeit unterstützen und später auch ein eigenes Revier übernehmen wollen, melden sich gerne bei Paul Harr oder der Naturschutzgruppe Mettmenstetten.

 

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Innenleben, Paul Harr erklärt.

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Fledermauskasten.

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Schutzzaun für Zaunkönige.