2012, 9. Juni - Schmetterlingsgarten (Bericht)

Naturgärten, ideal für Schmetterlinge

Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustüre, nicht erst im abgelegenen Naturschutzgebiet. Gärten sind typischerweise eine Oase der Biodiversität in einer Gemeinde – allerdings meist nur, was die Pflanzen anbelangt. Viele exotische Sträucher und Blumen sind leider als Futter- und Nektarpflanzen für einheimische Schmetterlinge und deren Raupen absolut ungeeignet. So kann paradoxerweise der Fall eintreten, dass ein blumenreicher Garten gleichzeitig  schmetterlingsarm ist.  

Um zu erfahren, wie man seinen Garten schmetterlingsfreundlich gestalten kann, führte die Naturschutzgruppe Mettmenstetten am Samstag, 9. Juni zusammen mit dem Verein Schmetterlingsförderung im Kanton Zürich eine Exkursion in unserer Gemeinde durch. Ziel war es, einerseits bereits bestehende Gärten mit Vorbildcharakter anzusehen, aber auch konventionelle und andere Gärten mit Verbesserungspotenzial. 

Das Interesse war gross: 30 Erwachsene und 6 Kinder nahmen teil. Auch das Wetter machte mit. Es war für einmal sonnig und warm. Hansruedi Schudel, Biologe, leitete unsere Exkursion. Er ist Inhaber des „Büro für Naturschutz“ in Zürich. Er war Initiator des Vereins „Schmetterlingsförderung im Kanton Zürich“ und ist heute einer der vierzehn Projektleiter des Vereins.

Die Exkursion dauerte zweieinhalb Stunden. Wir besuchten die Gärten von Ruth und Ruedi Werder, von Franziska Sykora und Ueli von Matt sowie von Franziska Pfenninger.

 

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Bevor wir den ersten Garten  besichteten, führte uns Hansruedi Schudel in die Thematik „Schmetterlingsgarten“ ein.

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Ein Naturgarten (und das Wasser) ist nicht nur für Schmetterlinge, sondern auch für Kinder interessant.

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Hansruedi Schudel beschreibt uns die Elemente, welche einen schmetterlingsfreundlichen Garten ausmachen.

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Auch Libellen finden ideale Lebensbedingungen im Naturgarten: Am Stängel einer gelben Schwertlilie, eine leere Libellenlarve.

 

 

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Abschliessend stellte Hansruedi Schudel fest, dass es in Mettmenstetten überdurchschnittlich viele gute Gärten gibt. Wasser sei jedoch  nicht ein wichtiges Element eines guten Schmetterlingsgarten, sondern einheimische Wildpflanzen auf möglichst magerem Boden, d.h. ohne Humus. Schmetterlinge brauchen neben reichlichem Nektarangebot auch Futterpflanzen für ihre Raupen. Raupen können, je nach Schmetterlingsart, entweder mehrere oder nur eine ganz bestimmte Pflanze als Nahrungsquelle nutzen. Ein Naturgarten, in dem unterschiedlichste einheimische Pflanzen und Sträucher gedeihen, auch Unkraut,  ist folglich auch ein idealer Schmetterlingsgarten.

 

Text: Sonja Keller, Fotos: Martina Murer und Ruedi Werder.