2013, 23.03. - Vogelkurs

Exkursion Waldvögel im Grüthau

Bei schönem, aber recht dunstigem Wetter, machten wir den Grüthau unsicher. Die Vorgabe von Andrea war, sich wie bei der Winterexkursion an den Flachsee warm anzuziehen. Ha, wir sind alle älter und erfahrener als Andrea und brauchen uns nicht um gut gemeinte Tipps zu scheren – meinten jedenfalls etliche. Nur mit entsprechendem Aufwand konnten wir das unkontrollierte Zähneklappern vermeiden. Nächstes Mal hören wir genauer auf die Tipps von Andrea!

 

Vorahnend, dass Zähneklappern den Genuss des akustischen Eindrucks des frühmorgendlichen Vogelkonzerts im Wald ruinieren könnte, liess uns Andrea ganz zu Beginn der Exkursion, als wir noch schön die Bettwärme in uns mittrugen, mucksmäuschenstill die Vogelstimmen erlauschen. Erstaunlich, was man da alles hört! Aber für den Laien absolut nicht einzuschätzen, ob der Vogel nun meilenweit entfernt oder gleich auf dem nächsten Ast sitzt. Vorher war für mich Meise gleich Meise, nun habe ich gelernt, den Kohlmeisenruf vom Blaumeisengezwitscher, dem Tannenmeisenruf (der viel häufiger zu hören war als ich gedacht hätte) und dem feinen Piepsen der Schwanzmeisen zu unterscheiden. Auch Singdrosseln scheinen richtige Hans-Dampf-in-allen-Wäldern zu sein – vor dem Vogelkurs hätte ich felsenfest behauptet, das seien Amseln mit etwas fernöstlichem Dialekt.

 

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Lauschangriff auf die Vögel (links): wer hört was wo zwitschern? Wenn man sich Zeit lässt und sich konzentriert, entdeckt man plötzlich eine Vielfalt von Vogelstimmen, darunter immer wieder die laute Singdrossel. – Oder einen Specht: Karin erklärt ihren Schäfchen, welcher Specht wie aussieht (rechts). – Um Forstleute auf wertvolle Bäume mit Bruthöhlen hinzuweisen, hat Andrea im Rahmen einer früheren Exkursionen diesen blauen Specht auf den Stamm gesprayt frei nach dem 68er Motto: "malen ist mühsam, sprayen macht Spass" (Mitte).

 

Werner Eugster

Bilder: Werner Eugster